"Es fällt mir wirklich schwer, das zu fühlen was ich seh,
bin ich durchs Fernsehn wirklich schon so abgekühlt?
Es interessiert mich nich so sehr, wie lang was schon geht,
vielleicht sind wir alle schon zu abgebrüht,
So vieles läuft verkehrt, völlig verdreht
und die letzte Chance scheint schon fast verspielt.
Wer kann schon behaupten, das es ihm bestens geht?
Wenn ich ehrlich bin, fällt mir im Moment keiner ein,
wenn so vielen Leuten das Interesse fehlt,
dann muss es wohl so sein.."
( Clueso >Schwer< )
Dieser Song ging mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf, nachdem wir heute das erste Mal wirklich Zeit in dem Waisenhaus verbracht haben, in das wir als Team auch regelmäßig gehen werden. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, dass man oft eben scheinbar gar nicht darüber nachdenkt, wie gut es einem doch eigentlich in Deutschland geht und wie abgestumpft man so oft wirklich ist, wenn es darum geht, wie viel schlechter es vielen anderen geht. Für die meisten von uns selbstverständlich:
Abwechslungsreiches Essen und vor allem genug davon.
Ein eigenes Zimmer.
Ein Bett.
Saubere sanitäre Anlagen.
1500000 kleine eigentlich unnötige Luxusgegenstände.
Eine Familie, die einen liebt (tut ihr doch, oder?;) ).
etc etc etc.
Ich glaub, wir alle können diese Liste unendlich weiterführen (und ich glaube, dass es richtig gut ist, das auch hin und wieder mal zu tun, um einfach dankbar dafür zu bleiben, wie gut es uns geht! -> challange für euch! es ist nämlich keine Selbstverständlichkeit sondern ein Privileg - stay thankful!)
Doch auch, wenn es an so vielem mangelt, was durch Geld behoben werden könnte, war es für mich einfach am erschreckendsten und zugleich am herausfordernsten, dass etwas, an dem es noch mehr mangelt eigentlich so leicht gegeben werden kann: Liebe!
68 Kinder unterschiedlichen Alters leben dort zusammen, aber ein wirkliches Miteinander ist das nicht. Aber woher soll man auch wissen, wie man mit seinen "Geschwistern" umgehen soll, wenn man selbst noch nie erfahren hat wie es ist, geliebt zu werden? Deswegen freu ich mich umso mehr darauf, in Zukunft dort öfter einfach Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen und ihnen einfach zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken und ihnen vor allem einfach zu zeigen, wie sehr Gott sie liebt! (schade, dass das irgendwie auch schon wieder so abgedroschen klingt, ich hoffe, ihr versteht mich!!)
Heute ist dann auch noch direkt was krasses passiert, ich bin immer noch geflasht: Es leben dort auch einige sowohl geistig als auch körperlich behinderte Kinder, zum Beispiel zwei taubstumme Jungen. Prosper hat das im Gespräch mit anderen Kindern mitbekommen und kurzerhand für die beiden gebetet - Beide haben danach angefangen, Worte nachzusprechen und auf Gehörtes zu reagieren!!!
"Denn der Herr tut heute noch Wunder.
Stunde um Stunde. Tag für Tag!"
( Samuel Harfst >Privileg zu sein< )

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