Samstag, 26. Oktober 2013

Kakerlaken und andere lustige Gestalten

So liebe Freunde,

hier ist nun auch mal ein Bild meines Zimmers, in dem ich es mir nun ein wenig gemütlich gemacht habe 
(wer sich findet darf sich freuen, wer nicht darf weitersuchen oder mir ein paar Fotos ausdrucken und zum Schutz zwischen einigen Tafeln Schokolade, Honigwaffeln oder Ähnlichem (seid kreativ!) verpackt in einer Buchsendung (angeblich einer der sichersten Postwege hierher) herschicken → Mawunyo Debrah 
and Caroline Höber
P.O. BOX AN 7491
Accra, Ghana
West Africa ) 
damit ihr beim nächsten Foto nicht wieder enttäuscht sein müsst. ;)

In diesem schönen Zimmer hab ich leider auch einen größeren Teil der letzten Woche verbracht, allerdings hab ichs mir da nicht so ganz angeguckt, da ich meistens geschlafen hab – wer hat denn bitte eine Erkältung bei ca 30°C bestellt? Ich bestimmt nicht! Der Ventilator blieb lieber aus, damits nicht noch schlimmer wird, ansonsten gabs viel Tee und Dampfbad – sagen wir so: ich hab einfach ein bisschen für euch mit geschwitzt, jetzt wo es doch bei euch so langsam herbstlich wird..



Der dunkle Fleck dort in der Ecke ist eine kliiitzekleine Kakerlake, die durch mein Zimmer stolzierte. Sie ist nicht erkennbar, weil selbst mein Handy beim Versuch des Fotographierens einen kleinen Schüttelanfall gekriegt und nur missbilligend vibriert hat. Leider konnte ich ihr keinen Namen geben bevor sie durch Kathas machtvolle Hand zwischen meinen FlipFlops das zeitliche gesegnet hat.. Sie schwimme in Frieden (im Klo, vielleicht findet sie ja Nemo) und sei all ihren Freunden auf dem Flur und in der Dusche eine Warnung, damit die wissen, was ihnen widerfahren wird, wenn sie sich in mein Zimmer wagen..





Was mir aber ansonsten erneut auffiel: Es ist tatsächlich vollkommen nebensächlich, dass ich hier so langsam fett und verpickelt werde und nach und nach eine Glatze bekomme..
Im Ernst, Mädels, wenn ihr kein Selbstbewusstsein habt, kommt her! Egal wie fertig, verschwitzt und abgewrackt ihr ausseht, es kommt (wenn ihr an den richtigen (oder falschen?) Orten verweilt) definitiv mindestens ein Ghanaer auf euch zu geeilt mit den Worten: 

You are soooo beautiful! 
(Du siehst sooo umwerfend aus(vllt ist es auch Dein Schweißgeruch, der bei mir Schwindel verursacht)!)

I love you sooo much! 
(Ich liebe Dich soo sehr (hdgdlbaedwuzunvw)!)

I want to marry you! 
(Ich will Dich heiraten und sofort mit Dir nach Deutschland kommen!)
           Wer könnte da denn Nein sagen? Kennen lernen kann man sich ja schließlich auch in der Ehe noch!






Nun noch was ernsthaftes, ein kleines Zeugnis am Ende. Etwas was mich letzte Woche echt gefreut und berührt hat.

Wir haben in einer Schule mit ca. 40 Jugendlichen HD (die schon mal erwähnte Art, sich eine Stelle der Bibel auf 4 unterschiedliche Arten anzusehen) gemacht und das auf sehr praktische Art und Weise.

  1. Erkenntnis: diskutiere NIEMALS mit Ghanaern, oder lass diese NIE diskutieren, sie werden nicht mehr damit aufhören, auch wenn man weiter machen möchte.
  2. (und nun kommt das kuhle Erlebnis) manchmal kann eine kleine Aktion anderen viel bedeuten!
    Wir haben ein kleines Video gedreht, in dem jeder sich irgendwas suchen sollte, was seine Ängste/Schuld/Schmerzen/etc verbildlicht und dieses „zum Kreuz“ bringen und danach seine Gefühle zeigen, was er/sie in dem Moment, in dem er /sie all das bei Jesus los geworden ist, fühlt/gefühlt hat. Vielleicht war die Gruppe zu groß, vielleicht war es zu später
    Nachmittag, es wurde nicht von allen mit viel Elan ausgeführt. Deshalb hab ich mir dann kurz nen großen Stein geschnappt, hab ihn zum Kreuz geschleppt und bin dann völlig befreit herum gesprungen, was bei vielen (da unerwartet) zu viel Heiterkeit führte.. Nicht so bei einem Mädchen. Die hat angefangen zu weinen. Da war ich erstmal geschockt, weil ich nicht wusste warum (und ich hatte schon Angst, weil der große Stein, den ich benutzt hatte, eigentlich ihr Utensil gewesen war..) bis sie mir dann erzählt hat, dass sie einfach mega berührt war, weil es einfach genau das, was ich gezeigt hatte, war, was sie gefühlt hat, als sie Gott in ihr Leben gelassen hat... WOW! Das hat mich begeistert!



Donnerstag, 17. Oktober 2013

nur mal fix wieder ein Lebenszeichen..

Heut ist mir grad wieder aufgefallen, dass ich schon nahezu 2 Monate hier bin und ich mich auch schon ganz gut eingelebt hab. So viele Dinge, die mir am Anfang doch recht ungewöhnlich bis geradezu unnötig vorkamen, hab ich schon als normal hinzunehmen gelernt und mich auch schon dran gewöhnt. Vor allem viele der Sachen, die auch hier schon erwähnt sind - bestes Beispiel ist dabei der "Straßenverkehr"... ;)

Außerdem geht jetzt angeblich sogar unsere Waschmaschine wirklich, ich bin gespannt (und bis jetzt hab ich auch mit Handwäsche ganz gut überlebt, das glaubt uns nur unsere Gastfamilie nie so ganz.. ;) ) 
                                Katha und die meegaa Waschmaschine...  


Ansonsten ist es echt ein Segen, wie wir in allen Schulen empfangen werden; theoretisch würden wir unser Zeug im "Office" planen, da das aber zeimlich weit von unseren Schulen entfernt ist, sitzen wir oft als Team einfach irgendwo auf dem Schulhof und planen dort. Das wiederum gibt uns die Möglichkeit, zu den Schülern einfach echt Beziehungen aufbauen zu können, und auch wenn für mich die Namen nach wie vor ein kleine bis mittelgroße Herausforderung darstellen, lernen wir die Kinder immer besser kennen. Dabei ist es auch echt schön, wie wir gerade auch von denen immer sehr herzlich aufgenommen werden!

Insgesamt ist es auch echt oft herausfordernd, aber absolut im Positiven, sich vor die teilweise 200 Schüler zu stellen, die dann auch unterschiedlich alt, laut und interessiert sind, und eine ca. 30-minütige Ministry, also sowas wie ne Andacht, zu halten. Es kommt noch dazu, dass ich teilweise das Gefühl hab, dass ich nicht verstanden werde, ich muss wohl noch ein bisschen mehr ghanaian werden..;)

                                     Ministry in einer SHS - sogar mit teilweise funktionierendem Mikro!


Aber ich hab schon wieder so oft in letzter Zeit gemerkt: 

Da wo meine Stärke aufhört, da fängt Gottes Stärke doch erst an!

Samstag, 5. Oktober 2013

Kinder. Fortsetzung dazu.

"Es fällt mir wirklich schwer, das zu fühlen was ich seh,
bin ich durchs Fernsehn wirklich schon so abgekühlt?
Es interessiert mich nich so sehr, wie lang was schon geht,
vielleicht sind wir alle schon zu abgebrüht,
So vieles läuft verkehrt, völlig verdreht
und die letzte Chance scheint schon fast verspielt.

Wer kann schon behaupten, das es ihm bestens geht?
Wenn ich ehrlich bin, fällt mir im Moment keiner ein,
wenn so vielen Leuten das Interesse fehlt,
dann muss es wohl so sein.."

                                                         ( Clueso >Schwer< )

Dieser Song ging mir irgendwie nicht mehr aus dem Kopf, nachdem wir heute das erste Mal wirklich Zeit in dem Waisenhaus verbracht haben, in das wir als Team auch regelmäßig gehen werden. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht, dass man oft eben scheinbar gar nicht darüber nachdenkt, wie gut es einem doch eigentlich in Deutschland geht und wie abgestumpft man so oft wirklich ist, wenn es darum geht, wie viel schlechter es vielen anderen geht. Für die meisten von uns selbstverständlich:
Abwechslungsreiches Essen und vor allem genug davon. 
Ein eigenes Zimmer. 
Ein Bett. 
Saubere sanitäre Anlagen. 
1500000 kleine eigentlich unnötige Luxusgegenstände.
Eine Familie, die einen liebt (tut ihr doch, oder?;) ).
etc etc etc. 
Ich glaub, wir alle können diese Liste unendlich weiterführen (und ich glaube, dass es richtig gut ist, das auch hin und wieder mal zu tun, um einfach dankbar dafür zu bleiben, wie gut es uns geht! -> challange für euch! es ist nämlich keine Selbstverständlichkeit sondern ein Privileg - stay thankful!)

Doch auch, wenn es an so vielem mangelt, was durch Geld behoben werden könnte, war es für mich einfach am erschreckendsten und zugleich am herausfordernsten, dass etwas, an dem es noch mehr mangelt eigentlich so leicht gegeben werden kann: Liebe! 
68 Kinder unterschiedlichen Alters leben dort zusammen, aber ein wirkliches Miteinander ist das nicht. Aber woher soll man auch wissen, wie man mit seinen "Geschwistern" umgehen soll, wenn man selbst noch nie erfahren hat wie es ist, geliebt zu werden? Deswegen freu ich mich umso mehr darauf, in Zukunft dort öfter einfach Zeit mit den Kindern verbringen zu dürfen und ihnen einfach zumindest ein bisschen Aufmerksamkeit und Liebe zu schenken und ihnen vor allem einfach zu zeigen, wie sehr Gott sie liebt! (schade, dass das irgendwie auch schon wieder so abgedroschen klingt, ich hoffe, ihr versteht mich!!)

 

Heute ist dann auch noch direkt was krasses passiert, ich bin immer noch geflasht: Es leben dort auch einige sowohl geistig als auch körperlich behinderte Kinder, zum Beispiel zwei taubstumme Jungen. Prosper hat das im Gespräch mit anderen Kindern mitbekommen und kurzerhand für die beiden gebetet - Beide haben danach angefangen, Worte nachzusprechen und auf Gehörtes zu reagieren!!! 
                          
"Denn der Herr tut heute noch Wunder. 
Stunde um Stunde. Tag für Tag!"
                                      ( Samuel Harfst >Privileg zu sein< )


Donnerstag, 3. Oktober 2013

Kinder, Schulen und das Dickwerden

>Mit Kindern zusammen zu sein ist Balsam für die Seele.<
                                             Fjodor Michailowitsch Dostojewskij

Ja. Das stimmt. Auch wenn das manchmal ganz schön anstrengend sein kann.
Seit drei Wochen gehen wir als Team in die Schulen. Haben wir anfangs noch eher beobachtet und uns erstmal vorgestellt, so fangen wir jetzt langsam an, initiativ zu werden. Dabei sind die Ansprüche ganz unterschiedlich, da wir  sowohl mit Senior- und JuniorHighSchools (also vom Alter ungefähr wie an deutschen weiterführenden Schulen) als auch mit Primaryschools und sogar einer Vorschule/Kindergarten zusammen arbeiten. 
In einer der Primaryschools haben wir schon zwei Ministries, 
also kurze Inputs, gehalten und es war einfach genial zu sehen, 
wie die Schüler interagieren und einfach bereit sind, mitzumachen. Und das obwohl das beim ersten Mal sogar spontan war (na gut, wir hatten immerhin 20 Minuten, uns vorzubereiten..;) )!


                                                                                                                 Auch haben wir angefangen, mit der Scripture Union einer der Senior High Schools (SHS), einer Art Schülerbibelkreis, Haverim Devotions (HD) zu machen. HD ist eine Pais-Art, die Bibel in vier Schritten mit jeweils unterschiedlichen Aspekten zu lesen und das zusammen mit Freunden (Haverim). 

Ansonsten sind wir vor allem einfach in den Pausen auf dem Schulhof und verbringen Zeit mit den Schülern und versuchen, Namen zu lernen. *hust* Jaa, etwas, was mir beim Versuch des Namenlernens aufgefallen ist: Anscheinend funktioniert noch nichtmal mein Kurzzeitgedächtnis. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass viele der Schüler unglaublich leise sprechen und zudem einfach größtenteils Namen tragen, die ich mir noch nichtmal ansatzweise erschließen kann, da diese oft einfach Wörter in Twi oder Ga sind... Naja, meistens sind die zufrieden, wenn man ihren Namen einmal so wiederholt, dass es ähnlich klingt. Leider weiß ich danach immer noch nicht mehr. Aber ich lerne.. :)
                  

Letztens war ich dann auch mal im wohl westlichsten Teil Ghanas, der Accra Mall. Ich muss sagen, die Unterschiede zu mancher Straße oder manchem Wohnviertel sind erschreckend. Es wimmelt nur so von Obrunis und die Preise sind auch eher übertrieben hoch. Ich glaub, ich werd mich dort nicht allzu oft aufhalten.
Aber manchmal ist es ja auch ganz schön, vor allem, wenn man etwas Sehnsucht nach gewohntem Essen hat (da gibts sogar fast richtiges Brot!!) und da haben Sabina und ich uns gedacht: Man gönnt sich ja sonst nix..
Leider hat die Pizza im Endeffekt besser ausgesehen als sie geschmeckt hat - immerhin, die Konsistenz war top!;)
Insgesamt werd ich aber sowas von Obushi wiederkommen, Freunde... Uiui, und das, obwohl wir diese Woche (at least 6am - 12pm) fasten!